Dorfleben / Brauchtum / Vereine

In Pichl hat sich trotz einer in den letzten Jahren sehr stark veränderten Einwohnerstruktur, noch ein sehr vielfältiges und reichhaltiges Brauchtum erhalten. Das gilt sowohl für die Traditionspflege im privaten bäuerlichen, häuslichen und religiösem Bereich, als auch für das Brauchtum in der Dorfgemeinschaft.

Großen Anteil am Dorfleben haben die vielen in Pichl aktiv tätigen Vereine. Der Bildungsausschuss Pichl zählt nicht weniger als 20 Mitgliedsvereine und Verbände, welche Veranstaltungen kulturellen, sportlichen, bildenden und geselligen Charakters organisieren und durchführen, Feste mitgestalten und umrahmen, sowie Tradition und Brauchtum pflegen und lebendig halten, sich aber auch Anliegen der heutigen Zeit annehmen.

Große Tradition hat in Pichl vor allem das Schützenwesen. So zeigt bereits ein Foto, das anlässlich der Einweihung des Pater- Haspinger- Schießstandes in St. Martin/Gsies entstanden ist, eine ca. 40 Mann starke Pichler Schützenkompanie in einheitlicher Speckbacher - Tracht und mit eigener Fahne. Das Gründungsjahr dieser Kompanie ist zwar nicht mehr bekannt, dennoch kann man daraus schließen, dass es die Schützentätigkeit in Pichl bereits vor 1900 gegeben haben muss.

Nach der zwangsläufigen Auflösung der Kompanie nach dem ersten Weltkrieg, wurden bereits in den 50er Jahren wieder Trachten zusammengetragen und erneuert. Im Jahre 1970 erfolgte dann die Wiedergründung der Schützenkompanie Pichl/Gsies.

Nach dem Aufheben des Verbotes des Waffentragens sind auch die Pichler Schützen bei ihren Ausrückungen wieder mit den historischen Gewehren und Säbel zu sehen. Im Jahre 2001 wurde gemeinsam mit der Kompanie Taisten bei der Schutzengelprozession erstmals seit 80 Jahren wieder eine Ehrensalve in Pichl abgefeuert.

An dieser Stelle muss erwähnt werden, dass auch ein bekannter Tiroler Freiheitskämpfer aus Pichl stammt. Es ist dies Nikolaus Amhof, nach dem auch die gleichnamige Schützengilde von Pichl benannt ist.

Nikolaus Amhof wurde am 09. 12. 1770 im Gasthof Keil in Pichl geboren. Der spätere "Keilwirt" tat sich in den Freiheitskriegen als ein geschickter und feuriger Kämpfer für die Heimat hervor. Er zeichnete sich besonders in der Schlussphase des Krieges als Kommandant der Gsieser und Oberpustertaler bei Toblach und an der Lienzer Klause aus und konnte gegen die französischen Anführer, General Teste und Bataillonschef Devals mehrere siegreiche Gefechte erringen. Schließlich musste auch er mit seinen Mitstreitern der französischen Übermacht unter General Broussier weichen. Dieser vollzog nun an den Anführern des Pustertales ein fürchterliches Rachegericht, das ihm auch den Beinamen "Henker des Pustertales" einbrachte. Auch Nikolaus Amhof wurde auf seinen Befehl hin, am 09. 01. 1810 in Niederdorf erschossen. Sein Leichnam ist im dortigen Friedhof bestattet.

Da das religiöse Leben in Pichl, wie insgesamt im Tiroler Raum, schon immer einen großen Stellenwerte besessen hat, kann auch angenommen werden, dass es einen aktiven Kirchenchor in Pichl bereits sehr lange gibt. Auch altes Notenmaterial und mündliche Überlieferungen bestätigen dies. Noch bis vor wenigen Jahren umrahmte der Kirchenchor "St. Nikolaus" jeden Sonntagsgottesdienst; da dies zur Zeit nicht mehr möglich ist, ist es umso erfreulicher, dass noch jeder hohe kirchliche Festtag von den Sängern umrahmt wird. Bei besonderen Festlichkeiten wird der Kirchenchor, dessen Repertoire von einfachen Messgesängen bis hin zu anspruchsvollen Haydn- Messen reicht, manchmal sogar durch ein Orchesterensemble unterstützt.

Im Herbst werden in Pichl die Theater- Spieler aktiv. Der vor 8 Jahren neu gegründete Theaterverein Pichl begeistert mit seinen "Lustspielen" jedes Jahr aufs Neue. Das Zurückversetzen in die meist bäuerliche Vergangenheit mit der dazugehörigen Portion Humor, kommen beim Publikum gut an. Den Spielern vom Theaterverein ist es dabei gelungen, sich in kurzer Zeit in der näheren Umgebung einen Namen zu machen - "die Pichler spieln anfoch guit" ist häufig zu hören.

Neben den kulturell tätigen Vereinen, die hier etwas ausführlicher beschrieben wurden, gibt es in Pichl aber auch eine Reihe von Verbänden, die sich vor allem um das soziale Umfeld des Dorfes kümmern. Der Katholische Familienverband, die Katholische Frauenbewegung und die Seniorenvereinigung organisieren immer wieder Veranstaltungen, die das Familienleben und das Zusammenleben im Dorf fördern, kümmern sich um die alten, kranken und alleinstehenden Leute im Dorf, veranstalten aber auch weiterbildende und nützliche Vorträge für die gesamte Pichler Bevölkerung. Auch die Jugendgruppe, die sich immer wieder aktiv am Dorfleben beteiligt, sei in diesem Zusammenhang erwähnt.

Sportbegeisterte haben in unserem Dorf viele Möglichkeiten aktiv zu werden. So besteht der Sportverein Pichl heute aus einer Reihe von verschiedenen Sektionen. Neben den Fußballmannschaften, den Sektionen Rodel, Eisschützen, Ski und Rad, besteht in Pichl beispielsweise auch einen Sektion Sportschützen. Die erst vor kurzem neu erbaute und letztes Jahr eingeweihte Sportzone bietet dabei den notwendigen Platz für die Ausübung vieler dieser Sportarten.

Es muss wohl nicht ausdrücklich darauf hingewiesen werden, welchen Stellenwert die Feuerwehr in einem Dorf wie Pichl besitz. Beruhigen ist es für jeden Bürger zu wissen, dass die aktiven Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Pichl sehr gut ausgebildet werden und ständig an weiteren, spezifischen Fortbildungen teilnehmen.

Probleme mit dem Nachwuchs gibt es auch hier, wie bei fast allen anderen Vereinen Pichls, kaum oder nicht, was ein intaktes Vereinsleben und somit Dorfleben bestätigt.

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