Siedlungsgeschichte

Von Pichl und insgesamt vom Gsieser Tal fehlen lückenlose Funde über die Besiedelung des Gebietes. Ums Gsieser Törl sind einige mesolithische Jägerrastplätze der mittleren Steinzeit (ca. 8.000 v. Chr.) nachgewiesen. Einige Funde von Tonscherben und Keramikbruchstücken am "Puregg", oberhalb von Unterplanken, lassen auf eine Niederlassung bronzezeitlicher Siedler über mehrere Generationen im heutigen Pichl vermuten (um ca. 1.500 bis 1.300 v. Chr. Geburt). An dieser Stelle sei erwähnt, dass auf genau demselben Hügel Mauerreste einer kleinen mittelalterlichen Burg gefunden wurden. Sie dürfte entweder nie fertig gebaut oder schon früh abgekommen sein, weshalb sie quellenmäßig nicht aufscheint. Ansonsten gibt es weder Funde aus der Eisenzeit, der Zeit der Römer und der Zeit der Völkerwanderung.

So bleibt noch die Sprachforschung, die das Dunkel der weder durch Funde noch durch Schriftstücke belegten frühgeschichtlichen Epochen etwas erhellen kann. Einmal lassen sich einige wenige Flur- und Gewässernamen bis in keltische und sogar vorkeltische Zeit zurückverfolgen (z.B. "Pidig") Weitaus häufiger sind Namen alpenromanischen Ursprungs feststellbar (z.B. "Laxide, Golfen Million"), die zur Zeit der Römer entstanden. Interessant dabei ist, dass sich besagtes Namengut fast ausschließlich auf Gewässer, Bergkuppen und die Almregion bezieht und nicht auf die Talniederungen. Vermutlich wurde von unserem Gebiet bis ca. 1.000 nach Chr. nur der das Tal umschließende Bergrahmen, die Almregion als Weideland und Jagdgebiet genützt, wobei die diesbezüglichen Siedlungsstützpunkte außerhalb unseres Gebietes lagen (Taisten, Toblach, ...). So dürfte Pichl bis ins 12. Jahrhundert nur als Rückzugsgebiet alpenromanischer Hirten gedient haben und lediglich die Almzonen wie erwähnt genutzt worden sein.

Eine umfassende Landnahme darf für Pichl ab der Jahrtausendwende angenommen werden. Der entscheidende Siedlungsausbau erfolgte aber erst vom 12. bis 14. Jahrhundert durch bajuwarische Bauleute. In dieser Zeit erfolgte auch der Großteil der Rodungstätigkeit, so dass das Bild der Kulturlandschaft bereits im 14. Jahrhundert in den Grundzügen dem heutigen entsprach. Die älteste urkundliche Erwähnung von Höfen in Pichl stammt aus der Zeit um 1070 und eine schon etwas umfassende - wenn auch nicht vollständige - Aufzählung von Gütern aus dem Görzer Urbar 1299.

Ab dem 15. Jahrhundert sind kaum mehr Neugründungen von Höfen zu verzeichnen. Die spätere Zunahme der Hofstellen und die Entwicklung der Einzelhöfe zu Weilern sowie die allgemeine Sielungsverdichtung geschah überwiegend durch Teilung der Urhöfe und nur im geringen Ausmaß durch weitere Rodungen. Sehr wohl aber wurde in den Hochlagen (Almen) die Rodungstätigkeit ausgedehnt und viele neue Bergmähder geschaffen.

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