Das Dorf Pichl

pichldorfPichl ist das erste von drei Dörfern im Gsieser Tal (Pichl, St. Martin, St. Magdalena), einem 17 km langen, bei Welsberg gegen Norden hin abzweigenden Seitental des Pustertales.

Das auf 1.260 m Meereshöhe (Pfarrkirche) gelegen Dorf war noch bis vor wenigen Jahrzehnten eine typische Streusiedlung mit bäuerlichem Charakter. Mehrere Weiler und einige Einzelhöfe umschließen die breite Talsohle. Erst durch die Bauzonen südwestlich vom Kirchbereich entstand und entsteht so etwas wie eine geschlossene Siedlung. Begrenzt wird der Dauersiedlungsraum durch ausgedehnte Wälder, an die sich im Bereich der Waldgrenze die Almen und darüber die unvergletscherten Gebirgskämme anschließen. Der aufgelockerte Siedlungscharakter verleiht dem Dorf einen milden Charakter und auch die wenig schroffen, bis zum Gipfel begrünten Gebirgserhebungen wirken beruhigend und sanft.

Die Pfarrkirche zum heiligen Nikolaus

pfarrkirchezumhlnikolausIm Jahre 1334 wurde in einer Urkunde der Pfarre Taisten zum ersten Mal ein Kirchlein das dem heiligen Nikolaus geweiht war, erwähnt. Georg Balthasar, aus dem Hause der Grafen von Welsperg, erbaute im Jahre 1470 an der selben Stelle ein Kirchlein mit zwei Altären, das am 15. Juli 1472 durch den Weihbischof Albertinus von Brixen geweiht wurde. Aus dieser Zeit stammen noch der Spitzturm mit Sockel und die spitzbogigen Schallfenster.

1830 wurde die Kirche erweitert und restauriert. Die heutige Kirche (rechts im Bild) wurde in den Jahren von 1878/79 nach den Plänen von Josef von Stadl und vom Baumeister Kaspar Ofer aus Bruneck neu erbaut und neugotisch ausgestattet. Am 5. Oktober 1881 wurde sie durch den Fürstbischof von Brixen, Johannes v. Leiß, zu Ehren des hl. Nikolaus geweiht. Im Jahre 1907 erfolgte die Ausmalung der Kirche durch Johannes Matthias Peskoller in solider Freskotechnik. Unter Pfarrer Mittich Andreas und nach den Plänen des Architekten Erich Pattis wurde die Kirche um ein Joch verlängert, wobei auch die neugotische Dekorationsmalerei übermalt wurde. Diese Fresken wurden 1996, im Zuge einer Gesamtrenovierung der Kirche, neu freigelegt und strahlen seitdem im neuen Glanze.

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Dorfleben / Brauchtum / Vereine

In Pichl hat sich trotz einer in den letzten Jahren sehr stark veränderten Einwohnerstruktur, noch ein sehr vielfältiges und reichhaltiges Brauchtum erhalten. Das gilt sowohl für die Traditionspflege im privaten bäuerlichen, häuslichen und religiösem Bereich, als auch für das Brauchtum in der Dorfgemeinschaft.

Großen Anteil am Dorfleben haben die vielen in Pichl aktiv tätigen Vereine. Der Bildungsausschuss Pichl zählt nicht weniger als 20 Mitgliedsvereine und Verbände, welche Veranstaltungen kulturellen, sportlichen, bildenden und geselligen Charakters organisieren und durchführen, Feste mitgestalten und umrahmen, sowie Tradition und Brauchtum pflegen und lebendig halten, sich aber auch Anliegen der heutigen Zeit annehmen.

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Kapellen und Bildstöcke

Neben der Pfarrkikirchleinstflorianrche zum Hl. Nikolaus als Mittelpunkt des religiösen Lebens besitzt Pichl in den verschiedenen Weilern jedoch auch eine große Anzahl an Kapellen sowie Bildstöckchen:

Die Herz-Jesu-Kapelle in der Wiese in Innerpichl wurde Ende des 19. Jahrhunderts erbaut. Nach einem Brand im Jahre 1925 erfolgte der Wiederaufbau im Jahre 1927. Im Innenraum sind unter anderem Malereien aus der Werkstatt des "Herrgottschnitzers" Tschurtschenthaler, vulgo"Kramer" aus Sexten zu bewundern. Ebenfalls ist in der Kapelle eine Gedenktafel mit Lebenslauf für den Bildhauer Michael Hintner aus Gsies (1842 - 1900) angebracht. 

Das Kirchlein St. Florian zu Unterplanken (links im Bild) galt als sogenannte "Gelöbniskapelle gegen Unwetter". Der Kirchenpatron ist dabei nur als Hinterglasmalerei im Kirchenfenster zu sehen. Der besonders interessante Flügelaltar wurde im Jahre 1594 vom damaligen Propst Peter Rist aus Innichen gestiftet. Der akademische Maler Joh. Matthias Peskoller malte 1912 im Tonnengewölbe den hl. Andreas und Nikolaus.

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Etwas Naturgeschichte

Das heute noch vorherrschende Siedlungsbild hat mit der jüngeren Naturgeschichte des Tales zu tun. Mit dem Abziehen der im Hochglazial etwa bis zu 1000 m mächtigen Gletscher entstanden an einigen Stellen im Gsieser Tal Vertiefungen und Mulden bis teilweise hinunter zum felsigen Untergrund.

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Siedlungsgeschichte

Von Pichl und insgesamt vom Gsieser Tal fehlen lückenlose Funde über die Besiedelung des Gebietes. Ums Gsieser Törl sind einige mesolithische Jägerrastplätze der mittleren Steinzeit (ca. 8.000 v. Chr.) nachgewiesen. Einige Funde von Tonscherben und Keramikbruchstücken am "Puregg", oberhalb von Unterplanken, lassen auf eine Niederlassung bronzezeitlicher Siedler über mehrere Generationen im heutigen Pichl vermuten (um ca. 1.500 bis 1.300 v. Chr. Geburt). An dieser Stelle sei erwähnt, dass auf genau demselben Hügel Mauerreste einer kleinen mittelalterlichen Burg gefunden wurden. Sie dürfte entweder nie fertig gebaut oder schon früh abgekommen sein, weshalb sie quellenmäßig nicht aufscheint. Ansonsten gibt es weder Funde aus der Eisenzeit, der Zeit der Römer und der Zeit der Völkerwanderung.

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Siedlungsbild

Das Siedlungsbild erfuhr im Laufe der Jahrhunderte von Einzelhöfen ausgehen, über die Weilerbildung, bis zu Teilhöfen und Söldnerhäusern eine stete Entwicklung, die durch eine Reihe von zusätzlichen Baulichkeiten (Backöfen, Waschküchen, Badestuben Brechellöcher, Kornkästen, Harpfen, Hausmühlen, Wassersägewerke, Holzhütten, Umzäunungen, ...) zusätzlich erweitert wurde, so dass die Kulturlandschaft bis noch vor wenigen Jahrzehnten sehr vielfältig und lebendig war. Inzwischen ist vieles davon verschwunden, neue Bauten und Wohnbauzonen sind entstanden und es wird Aufgabe unserer und künftiger Generationen sein, neben notwendigen Erneuerungen auch auf den Erhalt des Schützenswerten zu achten.

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