2010 Matthias Baumann wird neuer Kapellmeister - Kargruber Alois wird zum Ehrenobmann ernannt

Frühjahrskonzert 2010 - Kargruber Alois wird zum Ehrenobmann ernannt

2010_Ehrung_Alois_KargruberWie jedes Jahr lud die Schützenkapelle Pichl auch heuer wieder zu ihrem Frühjahrskonzert. Der Einladung waren zahlreiche Musikbegeisterte aus nah und fern gefolgt. Zum ersten Mal seit 22 Jahren leitete nicht mehr Thomas Schwingshackl das Konzert, sondern der aus Milland stammende, 32jährige Matthias Baumann.

Die Schützenkapelle eröffnete das Konzert mit der „Huldigungsmusik" von Gottfried Veit, dem Ehrenkapellmeister des VSM. Mit Alfred Bösendorfer und seiner „Kleinen ungarischen Rhapsodie" und Hans van der Heide mit seinem Auftragswerk „Festival Overtüre" nahm der Kapellmeister auch zwei holländische Komponisten in das Repertoire auf. Weiters spielte die Kapelle den relativ unbekannten „Fast March Nr. 5" des russischen Komponisten Sokolov, der selbst in Musikerkreisen unbekannt ist.

Der zweite Teil des Konzertes wurde mit einer der bekanntesten Dudelsack-Melodien der Welt, der „Highland Cathedral", von Michael Korb und Uli Roever eröffnet. Mit „Karachi Boulevard" (Willy Fransen) und „Leningrad" (Billy Joel') unternahmen die Musikanten eine musikalische Reise nach Pakistan und in die russische Stadt Leningrad. Während im erstgenannten Karachi, eine der größten Städte Pakistans und im speziellen der Boulevard, beschrieben wird, beschreibt Billy Joel die Schlacht von Leningrad 1941 und deren Folgen für die Kriegskinder.

Abgeschlossen wurde das Frühjahrskonzert 2010 mit dem Werk „Abschied der Gladiatoren", einem zündenden Militärmarsch von Hermann Ludwig Blankenburg.

Es könnte keine bessere Gelegenheit geben, als Alois Kargruber während des Frühjahrskonzertes zum Ehren-Obmann zu ernennen. Kargruber war 18Jahre lang Obmann der Schützenkapelle und 42 Jahre Mitglied in der Kapelle. Mit der Vollversammlung im Dezember 2009 beendete Kargruber seine aktive musikalische Arbeit in der Kapelle. Als Dank und Anerkennung für seinen Einsatz in den letzten Jahren wurde er im Zuge des Frühjahrskonzertes zum Ehren-Obmann ernannt.

Neuwahlen der Schützenkapelle Pichl - Kapellmeisterwechsel

2010_AusschussIm Zuge der Vollversammlung am 07.Dezember 2009 wurde der Ausschuss der Schützenkapelle Pichl neu gewählt. Im Amt bestätigt wurden David Seiwald als Obmann und Josef Hintner als Obmann-Stellvertreter. Auch Bertrand Niederegger wurde für weitere drei Jahre als Kassier bestätigt, ebenso Thomas Stoll als Schriftführer. Joachim Schwingshackl wurde zum neuen Jugendleiter gewählt. Die Beiräte Viktoria Schwingshackl, Gottfried Steinmayr, Siegfried Innerbichler und Klemens Hintner komplettieren den neu gewählten Ausschuss.

Nach 22 Jahren hat Thomas Schwingshackl den Taktstock niedergelegt und verstärkt fortan das Baritonregister der Kapelle. Seine Nachfolge tritt Matthias Baumann aus Milland an. Der 32-Jährige arbeitet zurzeit als Lehrer für Schlagzeug am Musikinstitut Toblach, Welsberg und Olang. Baumann ist Abgänger des Mozarteum von Innsbruck.

Ausschuss: Viktoria Schwingshackl. David Seiwald (Obmann), Matthias Baumann (Kapellmeister), Bertrand Niederegger (Kassier) (v-l. sitzend), Josef Hintner (Obmann-Stellvertreter), Klemens Hintner, Siegfried Innerbichler, Gottfried Steinmayr, Thomas Stoll (Schriftführer) h-l. stehend

Schwingshackl Joachim (Jugendleiter) - nicht im Bild

Geschichte trifft Zukunft - Ein Gedenkjahr geht zu Ende

2010_Podiumsdiskussion_1Als abschließende Veranstaltung zum Gedenkjahr 1809-2009 fand in Pichl/Gsies eine Podiumsdiskussion statt. Vertreter der deutschen Parteien stellten sich die Fragen, was vom Gedenkjahr bleibt, ob sich der Aufwand gelohnt hat und ob mit Rücksicht auf historische Fakten die Zukunft gestaltet und Neues gewagt werden kann, ohne dabei die eigene Identität zu verlieren und die eigenen Wurzeln zu vergessen.

Es war der 200. Todestag von Nikolaus Amhof und der Abschluss des Gedenkjahres. Am 9. Jänner 2010 organisierten die Schützengilde Nikolaus Amhof, die Schützenkompanie und Schützenkapelle Pichl im Vereinshaus von Pichl eine Podiumsdiskussion. Eberhard Daum führte durch die abschließende Gedenkveranstaltung, zu der Andreas Pöder (Union für Südtirol), Elmar Pichler-Rolle (SVP), Eva Klotz (Südtiroler Freiheit), Hans Heiss (Grüne) und Pius Leitner (Freiheitliche) geladen waren. Zahlreiche Zuhörer waren der Einladung gefolgt.

Bürgermeister Paul Schwingshackl wies in seiner Rede noch einmal auf die Aktivitäten des Gedenkjahres hin. Er betonte dabei, dass für das Gsieser Tal bleibende Werke und Werte im kulturellen Bereich geschaffen wurden. Schwingshackl zieht für dieses Gedenkjahr eine Lehre: Vereine und Ehrenamt haben das Gsieser Gedenkjahr gestaltet. Sie sind der größte Reichtum.

Kritik und Lob

Die Teilnehmer der Elefantenrunde fanden Lob und Kritik für das zu Ende gehende Gedenkjahr.

2010_Eva_Klotz Eva Klotz begrüßte das gestärkte Geschichtsbewusstsein, bemängelte aber die fehlenden Visionen über Südtirols Zukunft. „Die Diskussion um die Zukunft Südtirols hätte mit mehr Visionen geführt werden müssen. Diese Diskussionen wurden schnell unterbunden." Südtirol dachte an die Helden von 1809 und an die damalige Teilung Tirols. „Das Land ist noch immer geteilt, aber im Gedenkjahr wurde über die italienische Besetzung nicht gesprochen."
2010_Pius_Leitner Für Pius Leitner wurde im Vergleich zum Gedenkjahr 1984 zu sehr an den Menschen vorbeigeplant und keine politischen Ziele gesetzt. „Bei den Überlegungen von Andreas Khol wie viele Südtiroler zum Festumzug nach Innsbruck fahren dürften, stehen mir die Haare zu Berge", erklärte Leitner. Je weiter sich die Gesellschaft von 1809 entfernt, desto wissenschaftlicher werden die Arbeiten und desto weniger wird gesprochen, was kommen soll. Für Leitner war der Titel des Gedenkjahres. „Geschichte trifft Zukunft" nicht treffend. „Mit diesem akademischen Titel kann ein Durchschnittsbürger nichts anfangen."
 2010_Andreas_Poeder Andreas Pöder hofft, dass auf das Jahr des Gedenkens Jahre des Handelns folgen. „Das Gedenkjahr hätte ein Jahr des Nachdenkens werden können. Es wurde zu einem Jahr des Nicht-Denkens, des Aneinander-Vorbei-Denkens und manchmal auch ein Jahr des verordneten Nicht-Denkens." Für ihn bleibt die Tirol-begeisterte Jugend in positiver Erinnerung. „Diese Stimmung hätte von politischer Seite aufgegriffen werden müssen und keine Folkloreplanungen oder Andreas Hofer Vermarktungen organisiert werden sollen."
 2010_Hans_Heiss Hans Heiss betonte die kulturellen Erfolgserlebnisse, kritisierte aber, dass die Visionen um die Autonomie und die italienische Sprachgruppe zu wenig eingebunden wurden. Heiss bedauerte, dass sich das Verhältnis zwischen der Nordtiroler und Südtiroler Bevölkerung verschlechtert hat. Während andere Teilnehmer immer wieder auf die bestehenden Grenzen hinwiesen, merkte Heiss an, „dass die Grenzen durchlässiger wurden, es viele Möglichkeiten gibt, sie zu überwinden." Durch die Selbstbestimmungsthematik geriet die Politik unter Druck Sie versuchte die Europaregion in den Mittelpunkt zu stellen, eine leere Hülle, die aufgefüllt werden muss.
 2010_Elmar_Pichler_Rolle Für Elmar Pichler-Rolle verlief das Gedenkjahr positiv, da es zahlreiche Initiativen auf kultureller, politischer und veranstaltungstechnischer Basis gab. „Die drei Landesregierungen trafen sich, das Volksschauspiel in Algund wurde wieder aufgeführt, länder- und staatsübergreifende Initiativen wurden organisiert (Europäischer Verbund für territoriale Zusammenarbeit wurde gegründet), die italienische Volksgruppe des Trentino wurde in die Gedenkveranstaltungen eingegliedert." Pichler-Rolle wies auf das veränderte Europa hin, eine Entwicklung, die aufgegriffen und genutzt werden sollte.


Kritische Zuhörerstimmen

Im Anschluss an die Stellungnahmen der Politiker entwickelte sich eine rege Diskussion. Die Wortmeldungen und zum Teil der Ton der Zuhörer zeigten, dass sie mit dem Gedenkjahr nicht nur zufrieden sind. Das Gedenkjahr stand zwar unter dem Motto „Geschichte trifft Zukunft", aber es wurde zu wenig über die Zukunft gesprochen. Es stößt auf Unverständnis, dass die Verwaltungsstrukturen Nordtirols und Südtirols nicht vereinheitlicht werden. Ebenso kritisierten Zuhörer, dass sich das Verhältnis zwischen den beiden Teilen Tirols in letzter Zeit verschlechtert hat. Die Verantwortung dafür wurde vielfach der SVP und ihrer als arrogant angesehenen und mit Berlusconis Staatsführung verglichenen Politik zugeschrieben.

Das Vereinshaus von Pichl war bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Wortmeldungen wollten kein Ende nehmen. Interessierte aus den umliegenden Dörfern waren gekommen, um sich die Aussagen der Politiker anzuhören und ihren eigenen Beitrag zu dieser Abschlussveranstaltung zu leisten. Die Veranstalter konnten mit dem Abend zufrieden sein.

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