Wie jedes Jahr lud die Schützenkapelle Pichl auch heuer wieder zu ihrem Frühjahrskonzert. Der Einladung waren zahlreiche Musikbegeisterte aus nah und fern gefolgt. Zum ersten Mal seit 22 Jahren leitete nicht mehr Thomas Schwingshackl das Konzert, sondern der aus Milland stammende, 32jährige Matthias Baumann.
Die Schützenkapelle eröffnete das Konzert mit der „Huldigungsmusik" von Gottfried Veit, dem Ehrenkapellmeister des VSM. Mit Alfred Bösendorfer und seiner „Kleinen ungarischen Rhapsodie" und Hans van der Heide mit seinem Auftragswerk „Festival Overtüre" nahm der Kapellmeister auch zwei holländische Komponisten in das Repertoire auf. Weiters spielte die Kapelle den relativ unbekannten „Fast March Nr. 5" des russischen Komponisten Sokolov, der selbst in Musikerkreisen unbekannt ist.
Der zweite Teil des Konzertes wurde mit einer der bekanntesten Dudelsack-Melodien der Welt, der „Highland Cathedral", von Michael Korb und Uli Roever eröffnet. Mit „Karachi Boulevard" (Willy Fransen) und „Leningrad" (Billy Joel') unternahmen die Musikanten eine musikalische Reise nach Pakistan und in die russische Stadt Leningrad. Während im erstgenannten Karachi, eine der größten Städte Pakistans und im speziellen der Boulevard, beschrieben wird, beschreibt Billy Joel die Schlacht von Leningrad 1941 und deren Folgen für die Kriegskinder.
Abgeschlossen wurde das Frühjahrskonzert 2010 mit dem Werk „Abschied der Gladiatoren", einem zündenden Militärmarsch von Hermann Ludwig Blankenburg.
Es könnte keine bessere Gelegenheit geben, als Alois Kargruber während des Frühjahrskonzertes zum Ehren-Obmann zu ernennen. Kargruber war 18Jahre lang Obmann der Schützenkapelle und 42 Jahre Mitglied in der Kapelle. Mit der Vollversammlung im Dezember 2009 beendete Kargruber seine aktive musikalische Arbeit in der Kapelle. Als Dank und Anerkennung für seinen Einsatz in den letzten Jahren wurde er im Zuge des Frühjahrskonzertes zum Ehren-Obmann ernannt.
Im Zuge der Vollversammlung am 07.Dezember 2009 wurde der Ausschuss der Schützenkapelle Pichl neu gewählt. Im Amt bestätigt wurden David Seiwald als Obmann und Josef Hintner als Obmann-Stellvertreter. Auch Bertrand Niederegger wurde für weitere drei Jahre als Kassier bestätigt, ebenso Thomas Stoll als Schriftführer. Joachim Schwingshackl wurde zum neuen Jugendleiter gewählt. Die Beiräte Viktoria Schwingshackl, Gottfried Steinmayr, Siegfried Innerbichler und Klemens Hintner komplettieren den neu gewählten Ausschuss.
Nach 22 Jahren hat Thomas Schwingshackl den Taktstock niedergelegt und verstärkt fortan das Baritonregister der Kapelle. Seine Nachfolge tritt Matthias Baumann aus Milland an. Der 32-Jährige arbeitet zurzeit als Lehrer für Schlagzeug am Musikinstitut Toblach, Welsberg und Olang. Baumann ist Abgänger des Mozarteum von Innsbruck.
Ausschuss: Viktoria Schwingshackl. David Seiwald (Obmann), Matthias Baumann (Kapellmeister), Bertrand Niederegger (Kassier) (v-l. sitzend), Josef Hintner (Obmann-Stellvertreter), Klemens Hintner, Siegfried Innerbichler, Gottfried Steinmayr, Thomas Stoll (Schriftführer) h-l. stehend
Schwingshackl Joachim (Jugendleiter) - nicht im Bild
Als abschließende Veranstaltung zum Gedenkjahr 1809-2009 fand in Pichl/Gsies eine Podiumsdiskussion statt. Vertreter der deutschen Parteien stellten sich die Fragen, was vom Gedenkjahr bleibt, ob sich der Aufwand gelohnt hat und ob mit Rücksicht auf historische Fakten die Zukunft gestaltet und Neues gewagt werden kann, ohne dabei die eigene Identität zu verlieren und die eigenen Wurzeln zu vergessen.
Es war der 200. Todestag von Nikolaus Amhof und der Abschluss des Gedenkjahres. Am 9. Jänner 2010 organisierten die Schützengilde Nikolaus Amhof, die Schützenkompanie und Schützenkapelle Pichl im Vereinshaus von Pichl eine Podiumsdiskussion. Eberhard Daum führte durch die abschließende Gedenkveranstaltung, zu der Andreas Pöder (Union für Südtirol), Elmar Pichler-Rolle (SVP), Eva Klotz (Südtiroler Freiheit), Hans Heiss (Grüne) und Pius Leitner (Freiheitliche) geladen waren. Zahlreiche Zuhörer waren der Einladung gefolgt.
Bürgermeister Paul Schwingshackl wies in seiner Rede noch einmal auf die Aktivitäten des Gedenkjahres hin. Er betonte dabei, dass für das Gsieser Tal bleibende Werke und Werte im kulturellen Bereich geschaffen wurden. Schwingshackl zieht für dieses Gedenkjahr eine Lehre: Vereine und Ehrenamt haben das Gsieser Gedenkjahr gestaltet. Sie sind der größte Reichtum.
Kritik und Lob
Die Teilnehmer der Elefantenrunde fanden Lob und Kritik für das zu Ende gehende Gedenkjahr.
Kritische Zuhörerstimmen
Im Anschluss an die Stellungnahmen der Politiker entwickelte sich eine rege Diskussion. Die Wortmeldungen und zum Teil der Ton der Zuhörer zeigten, dass sie mit dem Gedenkjahr nicht nur zufrieden sind. Das Gedenkjahr stand zwar unter dem Motto „Geschichte trifft Zukunft", aber es wurde zu wenig über die Zukunft gesprochen. Es stößt auf Unverständnis, dass die Verwaltungsstrukturen Nordtirols und Südtirols nicht vereinheitlicht werden. Ebenso kritisierten Zuhörer, dass sich das Verhältnis zwischen den beiden Teilen Tirols in letzter Zeit verschlechtert hat. Die Verantwortung dafür wurde vielfach der SVP und ihrer als arrogant angesehenen und mit Berlusconis Staatsführung verglichenen Politik zugeschrieben.
Das Vereinshaus von Pichl war bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Wortmeldungen wollten kein Ende nehmen. Interessierte aus den umliegenden Dörfern waren gekommen, um sich die Aussagen der Politiker anzuhören und ihren eigenen Beitrag zu dieser Abschlussveranstaltung zu leisten. Die Veranstalter konnten mit dem Abend zufrieden sein.
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